2018-02-27 11:07

Rekurse gegen Tierheim in Gundetswil

Wiesendangen

Gegen das Tierheim-Projekt sind zwei Rekurse eingereicht worden. Das Thema: Zu viel Lärm durch Hundegebell.

Blick aus dem Einfamilienhausquartier in Gundetswil Richtung Grundstein. Dort, in einem alten Bauernhaus (Bildmitte), ist ein Tierheim geplant.

Blick aus dem Einfamilienhausquartier in Gundetswil Richtung Grundstein. Dort, in einem alten Bauernhaus (Bildmitte), ist ein Tierheim geplant.

(Bild: Marc Dahinden)

Überrascht über die Rekurse ist der Tierschutzverein Winterthur und Umgebung nicht. «Das hat sich abgezeichnet», sagt Aktuar Thuri Bänziger. Bereits bei einer Infoveranstaltung im Juli 2016 haben mehrere Anwohner angedroht, gegen das im Weiler Gundetswil in einem alten Bauernhaus am Grundstein 1 geplante Tierheim Rekurs einzulegen.

Nachdem Ende Januar nach 18 Monaten die Baubewilligung durch Gemeinde und Kanton erteilt worden ist, sind nun tatsächlich zwei Rekurse eingereicht worden: Ein Sammelrekurs von 13 Anwohnern und ein separater Rekurs eines Ehepaars. Das Thema in beiden: Zu hohe Lärmemissionen durch Hunde.

Der Hof für das geplante Tierheim steht in einer Landwirtschaftszone, der Tierschutzverein ist deshalb verpflichtet, dort auch Hunde aufzunehmen. Die Bewilligung sieht Plätze für bis zu 25 Hunde vor. Die Anwohner befürchten, dass die Haltung von mehreren Hunden zu ständigem Gebell und damit zu einer übermässigen Lärmbelastung führen wird.

«Hundegebell nicht zumutbar»

Bestärkt wurden die Nachbarn durch ein Gutachten, das dem Baugesuch beilag, wie sie über ein Anwaltsbüro mitteilen lassen. Dieses sei zum Ergebnis gekommen, dass der zu erwartende Lärm im Wohngebiet deutlich über den erlaubten Grenzwerten liege, nämlich im Bereich zwischen dem Immissionsgrenzwert und dem Alarmwert. Das seien Bereiche mit einer Lärmbelastung, die so hoch seien, dass von Wohnungseigentümern üblicherweise zusätzliche bauliche Schutzmassnahmen verlangt werden müssten. Das Gutachten schlage zwar Schallschutzmassnahmen vor. Ob damit die Grenzwerte eingehalten werden könnten, lasse es aber offen. Die wichtigste Massnahme, eine zwei Meter hohe und 80 Meter lange Schallschutzmauer, hätte sich bereits als nicht bewilligungsfähig erwiesen.

Das von den Rekurrenten zusätzlich eingeholte Lärmgutachten eines renommierten Akustikbüros belege nun mit aller Deutlichkeit, dass das Hundeheim wegen übermässigem Lärm so nicht hätte bewilligt werden dürfen, wie das Anwaltsbüro weiter mitteilt. Die Rekurrenten seien keineswegs tierfeindlich eingestellt und teilweise selber überzeugte Hundehalter. «Dennoch wäre das dauernde Hundegebell von bis zu 25 Hunden, das mit dem Heim über viele Jahre hinweg Einzug halten würde, für die Anwohner nicht zumutbar.» Es sei wünschbar, dass für das Tierheim ein Standort gefunden könne, der nicht im Nahbereich eines Wohngebiets liegt.

Ein vom Tierschutzverein in Auftrag gegebenes Fachgutachten kommt zu einem anderen Schluss: Ein Akustiker beurteilt den potentiellen Lärm durch Hundegebell als tragbar: Dieser übersteige die Belastung durch andere Lärmquellen in einer Landwirtschaftszone nicht. So seien etwa ein Heugebläse oder Geräusche aus landwirtschaftlichen Tierzucht ungleich lauter.

Bereit für die Igel

Die Rekurse gehen jetzt in die Vernehmlassung, Bänziger hofft, dass sie Ende März schon mehr wissen. Der Verein bereitet im Moment eine Stellungnahme vor. Geschrieben sei aber noch nichts, sagt Bänziger. Mit dem Entscheid der Baubehörde hängt auch das geplante Provisorium im Garagengebäude zusammen.

Nicht von den Rekursen betroffen ist die Übernahme der Winterthurer Igelstation von Erika Heller. Im Bauernhof wurden dafür zwei Zimmer im ersten Stock reserviert. Weil dazu keine baulichen Massnahmen nötig sind, können die Igel wie geplant im Frühling einziehen - unabhängig davon, wie die Vernehmlassung ausgeht.

clp/roh